Die zweite Etappe – rund um den Müritzsee
Ein Frühstück im Freien! Gut ausgeschlafen begeben wir uns in die oberste Etage der Müritzperle in den kleinen Frühstücksraum mit Dachterrasse. Ein Buffet vom Feinsten erwartet uns. Glücklich, mit einem Kaffee wird der beginnende Tag genossen.

Heute werden wir rund um den Müritzsee fahren. Wir haben unsere Tour so geplant, dass wir bei fast allen Etappenzielen zwei Nächte bleiben. Somit bewegen wir uns einen Tag nur mit kleinem Gepäck um die Gegend erkunden.
Die Runde um den Müritzsee ist ca 95 km lang und überwiegend flaches Gelände. Somit kein Problem für unsere Akkus. Meistens fahren wir mit dem „Eco-Mode“. Dieser unterstützt nur leicht elektrisch.
Wir fahren die Runde gegen den Uhrzeigersinn. Entlang der „Binnenmüritz“ erreichen wir nach einigen Kilometern den Badestrand von Klink. Ein weißer Sandstrand mit Strandkörben. Fast Karibikfeeling.

Weiter geht es durch den Ort Klink mit dem bekannten
Seehotel Schloß Klink. In diesem Badeort existieren während der DDR-Zeit einige Ferienhotels, die leider zum Teil dem Verfall preisgegeben sind. Das hat alles trotzdem seinen eigenen Charme.

Röbel/Müritz
Am See entlang erreichen wir gegen frühen Nachmittag die Stadt Röbel/Müritz. Diese bunte Hafenstadt zeichnet sich durch reges Treiben und viele Touristen aus. Es gibt dort einige Sehenswürdigkeiten zu bestaunen.

Nach einer kurzen Einkehr machen wir uns wieder auf den Weg. Der Wetterbericht für den weiteren Tag ist nicht der Beste. Gewitterwarnung auf dem See.
Mit der Hilfe eines netten Kleingärtners finden wir nach einem kurzen Irrweg wieder auf den richtigen Radweg. So schnell man in diese Städte mit dem Rad hineinkommt, so schwierig ist oftmals das Herauskommen. Die Radwege sind zwar gut beschildert, aber manchmal verwirren die Ortsangaben. Man müsste halt genauer auf die Karte sehen.
Über eine Brücke queren wir die kleine Müritz und befinden uns im Ort Vietzen. Von hier geht es auf der Ostseite des Sees wieder Richtung Waren(Müritz). Das Wetter ist am Umschlagen, somit treten wir in die Pedale. Wir erreichen wieder den Ort Boek, den wir schon bei der ersten Etappe kennlernen durften. Jetzt sind ca. dreiviertel der Tagesetappe geschafft.
Unwetter im Naturschutzgebiet
Wir kehren wieder beim Naturladen ein und beratschlagen, wie wir weiter fahren. Wind zieht auf, dunkle Wolken. Wir entscheiden uns so schnell wie möglich weiter zu fahren. Diese Entscheidung ist leider nicht die Richtige.
Mitten im Wald erreicht uns das Gewitter. Wir wissen von einem Moorturm entlang der Strecke. Diesen erreichen wir nach einer ungemütlichen Fahrt im Sturm und Gewitterregen. Erschwerend sind die unzähligen kleinen Föhrenzapfen, die auf dem Forstweg durch den Wind verstreut werden.
Endlich, in der dunklen Gischt erscheinen die Umrisse des Moorturms. Wir können uns endlich unterstellen. Wir sind für solche Anlässe gut ausgerüstet. Die Regenbekleidung verhindert, dass wir komplett durchnässt werden. Ein Ehepaar, Touristen aus Boek warten ebenfalls in diesem Turm auf Wetterbesserung.

Nach ca. einer halben Stunde hat sich die Wetterlage beruhigt. Etwas klamm und mit nassen Schuhen nehmen wir die letzten ca 15 km in Angriff. Viele Wasserlachen und schwierige Bodenverhältnisse bedingen ein hochkonzentriertes Fahren.
Erstmalig bewährt sich, dass wir uns vor der Tour einen Cross-Reifen mit stärkerem Profil auf das Vorderrad aufziehen haben lassen. Dadurch haben wir für diese Verhältnisse mehr Stabilität am Rad.
Als wir wieder zum Yachthafen Waren(Müritz) kommen, scheint wieder die Sonne. Einem angenehmen Abend in der Stadt steht nichts mehr im Wege. In der Müritzperle wird unsere Bekleidung zum Trocknen aufgehängt. Gut, dass wir ein zweites Paar Schuhe im Gepäck haben. Die nassgewordenen werden noch ein paar Tage brauchen, bis sie wieder benutzbar sind.
Frisch geduscht spazieren wir in den Hafen. Ein gutes Essen und anschließend ein Eis runden den ereignisreichen Tag ab. Die Nacht ist wieder geprägt vom Möwengeschrei. Diese Tiere sind hier immer munter.
