Author Archives: Maximilian Zauner

Ostsee 2023 – 01 – Idee und Planung

Die Idee

Ein Traum wird Wirklichkeit. Mit dem E-Bike entlang der Ostseeküste.
Meine Frau und ihre Freundin urlauben 2022 eine Woche in Stralsund und erleben dort die Schönheiten an der Ostsee und der Insel Rügen. Sie verbringen dank des damals angebotenen 9-Euro Tickets der Deutschen Bahn eine abwechslungsreiche Zeit.

Strand Warnemünde

Die Verbindung öffentlicher Nahverkehr und Fahrrad sind in der Gegend zwischen Rostock und Stralsund eine gelungene Möglichkeit die herausragende Landschaft und die vielen Städte zu sehen.


Wir fassen Anfang des Jahres den Entschluss, diesen mittleren Teil des Ostseeradweges zwischen Bastorf und Stralsund zu erkunden.
Wir warten dazu eine passende Wetterfront Mitte bis Ende Juni ab.

Die Anreise mit Fernzügen ist schwierig, da diese Fahrten nur bei Frühbuchung günstig sind. Die Mitnahme der eigenen Fahrräder stellt zusätzlich eine Herausforderung dar, da es wenig Stellplätze in den Zügen gibt.
Eine Alternative findet sich schnell: Anfahrt des größten Teils der Strecke mit dem Auto. Von dort weiter mit Regionalzügen.

Bahnhof Waren/Müritz

Diese sind mit regionalen Bundeslandtickets günstig und es ist keine Reservierung notwendig.
Ein Youtube Video bringt uns auf die Spur. Eine Mutter mit Tochter auf dem Radweg Berlin-Kopenhagen. Meine Recherchen ergeben, dass diese ausgeschilderte Route den Weg zur Ostsee vorgibt.

Die Recherchen

Ich begebe mich mit Hilfe von Google Maps auf die Suche. Es gibt zwei praktische Regionalzugverbindungen von Berlin nach Rostock und Stralsund.

Berlin liegt etwas zu weit südlich um in höchstens 2-3 Tagesetappen an die Ostsee zu kommen. Ich folge anhand von Karten dem Radweg Berlin-Kopenhagen und finde die kleine Stadt Fürstenberg an der Havel.

Fürstenberg/Havel

Diese liegt auf drei Seen, ist malerisch schön und hat den Vorteil, dass beide Bahnstrecken Rostock-Berlin und Stralsund-Berlin dort vorbeiführen.
Die nächste Challenge ist in dieser Stadt einen Stellplatz für das Auto zu finden. Google Maps leistet hier ausgezeichnete Dienste. Es sind aber auf den ersten Blick wenig Parkflächen ersichtlich, die sich für eine längere Dauer eignen.

Eine Rückfrage beim Tourismusbüro bringt leider kein besseres Ergebnis. Am Bahnhof Fürstenberg gibt es einen größeren Park and Ride Parkplatz. Auf diesem kann man das Auto unbewacht stehen lassen.
Ich gebe mich aber nicht zufrieden und „grase“ mit Maps die Stadt ab. Hier fällt mir die Marina Fürstenberg ins Auge. „Stellplätze für Wohnmobile und PKW“ vorhanden.
Meine Mail wird schnell beantwortet und ich erhalte die Mitteilung, dass wir unser Auto um € 8,– pro Tag in einer Halle sicher einstellen dürfen.

Die Planung

Der Ausgangspunkt unserer Radtour ist gefunden. Ein Tipp des Stellplatzvermieters beschert uns gleich eine optimale Unterkunft für die erste Nacht und die Abreisenacht. „Zur alten Bornmühle“.
Die Reiseroute wird jetzt ausgearbeitet.

Wir werden auf dem Weg zur Ostsee die Mecklenburger Seenplatte streifen. Der Radweg Berlin-Kopenhagen führt mitten durch dieses Seengebiet.
Die Stadt Waren /Müritz) wird unser erstes Etappenziel.
Wir haben vor so ca 50 bis 70 km pro Tag zu fahren, um das Sightseeing nicht zu kurz kommen zu lassen.
Die einzelnen Etappen stelle ich im Laufe des Berichtes vor.

Grob ist alles geplant und wir haben passende Quartiere entlang unserer Route ausgewählt. Diese werden am Tag vor der Anreise über „Booking.com“ mit Stornooption reserviert.
Die Reiseroute steht mit den Stationen Fürstenberg/Havel, Waren/Müritz, Rostock/Warnemünde, Barth und Stralsund fest.

alles ist bereit

Freizeitgeschichten

Ostsee 2023 – 02 – Es geht los

Es geht los

740 Kilometer trennen unseren Heimatort und Fürstenberg an der Havel. Wir waren schon mehrmals mit dem Auto in Berlin/Potsdam. Daher entscheiden wir uns die Strecke an einem Tag zurückzulegen. Ab Potsdam ist es noch ca. eine Stunde Fahrzeit.

Wir haben Glück. Die Anreise ab Autobahnauffahrt Ort im Inkreis bis Fürstenberg/Havel verläuft ohne Staus und Behinderungen. Aufregend ist die Route, die mein Navi in Berlin vorschlägt. Wir queren die Großstadt direkt auf der Stadtautobahn. Platzangst auf der Straße sollte man keine haben.

Nördlich von Berlin fahren wir auf die berühmte B96, zu DDR-Zeiten die bekannteste Schnellstraße.
Kurz nach 14 Uhr erreichen wir unser Ziel. Wir stellen das Auto in die Halle bei der Marina Fürstenberg. Die Fahrräder kommen vom Anhänger und werden beladen. Jeder von uns hat für die Tour zwei Satteltaschen und einen Rucksack. In diesen ist alles, was wir benötigen.


Auf dem Weg vom Autostellplatz zum Hotel „Zur Alten Bornmühle“ bemerken wir, dass die Stadt beeindruckend ist, aber leider die B96 mitten durch die Innenstadt führt. Staus sind bei dieser Engstelle vorprogrammiert. Diese Straße ist eine wichtige Verbindung zwischen Berlin und Stralsund. Sie endet auf der Insel Rügen.
Wir beziehen unser Zimmer mit Ausblick auf den Baalensee. Einer der drei Seen von Fürstenberg. Alle verbunden durch die Havel.

Baalensee


Bei uns ist es üblich, dass wir nach der langen Autofahrt gleich eine kleine Radtour absolvieren, um wieder in Bewegung zu kommen. Wir fahren durch die Stadt und begeben uns entlang eines ausgeschilderten Radweges Richtung Ravensbrück.

Vorbei an der Gedenkstätte des ehemaligen Frauenkonzentrationslagers zum Stolpsee und nach Himmelpfort. Dieser kleine Ort ist besonders zur Adventszeit für das Ambiente bekannt.

Stolpsee

Bezeichnend für diese Gegend sind die Mischwälder. Natur pur.
Gut gelaunt genießen wir am Abend die herrliche Aussicht auf den See und freuen uns auf den Start der Tour am Morgen!

Maximilian Zauner – BLOG

Ostsee 2023 – 03 – Etappe 1

Die erste Etappe – Fürstenberg/Havel nach Waren (Müritz)

Ein perfektes Frühstück erwartet uns in „Der alten Bornmühle“ Kein Frühstücksbuffet, es wird alles am Tisch serviert. Da gibt es nichts, was fehlt. Wir lassen uns Zeit bei diesem herrlichen Start in den Tag.

Wir beladen die E-Bikes. Jeder von uns hat zwei Satteltaschen und einen Rucksack. Meine Frau hat schon einige solche Touren hinter sich. Ich vertraue daher ganz auf ihre effiziente Packordnung. Wir haben alles Notwendige mit.


Wir verlassen Fürstenberg/Havel Richtung Westen. Die Routen sind in dieser Region bestens ausgeschildert. Vorbei am Röblinsee folgen wir dem Radweg Berlin-Kopenhagen.

Wir werden diesem aber nicht auf dem Originalweg bis Waren(Müritz) folgen, sondern quer durch den Müritz-Nationalpark fahren. Die Originalroute wäre ca. 90 km.

Da wir einiges an Gepäck mithaben und die Tour oftmals leicht hügelig ist, bleiben wir auf der sicheren Seite. Wir wollen mit einer Akku-Ladung das Ziel erreichen.

Unsere E-Bikes sind schon ein paar Jahre alt und wir haben nur einen 500 W Akku an Bord. Deswegen fahren wir hinsichtlich der Reichweite immer stromsparend. Bei mittlerem Gelände schaffen wir so ca 80 km. Bei den neueren E-Bikes im Handel sind stärkere Akkus verbaut. Da sind Reichweiten von jenseits der 100 km drinnen.


Ab dem Städtchen Wesenberg genießen wir die idyllische Landschaft. Forstwege und immer wieder kleine Seen führen uns zum Ort Babke. Dort verlassen wir den „Berlin-Kopenhagen“ und biegen Richtung Westen ab. Malerische Landschaften, geschotterte und naturbelassene Wege leiten uns in den Müritz-Nationalpark.

Naturschutzgebiet

Hier ist es wichtig den Beschilderungen zu folgen. In diesem Nationalpark gelten strenge Regeln. Ein Verlassen der Wege oder eine nicht widmungsgemäße Nutzung führt zu hohen Strafen. Es gibt aber genügend gekennzeichnete Radwege.


Wir erreichen den kleinen Ort Zartwitz. Einige wenige, liebevoll mit Blumen geschmückte Häuschen flankieren die schmale Straße. Die geringe Bevölkerungsdichte in dieser Region ist durch den Umstand bedingt, dass dort von ca. 1916 bis zum Ende des 2. Weltkrieges eine Erprobungsstelle der deutschen Luftwaffe betrieben wurde.


Von Zartwitz ist es nicht mehr weit bis zum Nationalparkdorf Boek. Wir haben den Müritzsee erreicht. Eine Einkehr im Naturladen des Wildparks bietet sich an. Eine Tasse Kaffee mit Streuselkuchen macht Freude.

Von Boek sind es dann ca. 20 Kilometer bis zu unserem Tagesziel: Waren(Müritz). Durch Wälder und offene Felder kommen wir der Stadt immer näher.


Wir erreichen Waren(Müritz) von Süden. Entlang des Yachthafens radeln wir Richtung Innenstadt. Ein Hafen mit vielen Booten und Ambiente zeigt sich in der Nachmittagssonne. Wir sind gespannt auf die Unterkunft für unsere nächsten zwei Nächte:

Das Hotel „Müritzperle“, versteckt in der malerischen Altstadt. Dort angekommen, werden erst mal in der überdachten Garage die Akkus geladen und wir beziehen das Zimmer. Ein modernes Hotel inmitten des Stadtkernes.

Wir erkunden nach einer kurzen Pause die Umgebung mit dem Rad und gegen Abend bummeln wir durch die Stadt und den Hafen. Ein abwechslungsreicher Tag findet mit Möwengeschrei sein Ende.

Maximilian Zauner – BLOG

Ostsee 2023 – 04 – Etappe 2

Die zweite Etappe – rund um den Müritzsee

Ein Frühstück im Freien! Gut ausgeschlafen begeben wir uns in die oberste Etage der Müritzperle in den kleinen Frühstücksraum mit Dachterrasse. Ein Buffet vom Feinsten erwartet uns. Glücklich, mit einem Kaffee wird der beginnende Tag genossen.

Heute werden wir rund um den Müritzsee fahren. Wir haben unsere Tour so geplant, dass wir bei fast allen Etappenzielen zwei Nächte bleiben. Somit bewegen wir uns einen Tag nur mit kleinem Gepäck um die Gegend erkunden.
Die Runde um den Müritzsee ist ca 95 km lang und überwiegend flaches Gelände. Somit kein Problem für unsere Akkus. Meistens fahren wir mit dem „Eco-Mode“. Dieser unterstützt nur leicht elektrisch.
Wir fahren die Runde gegen den Uhrzeigersinn. Entlang der „Binnenmüritz“ erreichen wir nach einigen Kilometern den Badestrand von Klink. Ein weißer Sandstrand mit Strandkörben. Fast Karibikfeeling.


Weiter geht es durch den Ort Klink mit dem bekannten
Seehotel Schloß Klink. In diesem Badeort existieren während der DDR-Zeit einige Ferienhotels, die leider zum Teil dem Verfall preisgegeben sind. Das hat alles trotzdem seinen eigenen Charme.


Röbel/Müritz

Am See entlang erreichen wir gegen frühen Nachmittag die Stadt Röbel/Müritz. Diese bunte Hafenstadt zeichnet sich durch reges Treiben und viele Touristen aus. Es gibt dort einige Sehenswürdigkeiten zu bestaunen.

Nach einer kurzen Einkehr machen wir uns wieder auf den Weg. Der Wetterbericht für den weiteren Tag ist nicht der Beste. Gewitterwarnung auf dem See.
Mit der Hilfe eines netten Kleingärtners finden wir nach einem kurzen Irrweg wieder auf den richtigen Radweg. So schnell man in diese Städte mit dem Rad hineinkommt, so schwierig ist oftmals das Herauskommen. Die Radwege sind zwar gut beschildert, aber manchmal verwirren die Ortsangaben. Man müsste halt genauer auf die Karte sehen.


Über eine Brücke queren wir die kleine Müritz und befinden uns im Ort Vietzen. Von hier geht es auf der Ostseite des Sees wieder Richtung Waren(Müritz). Das Wetter ist am Umschlagen, somit treten wir in die Pedale. Wir erreichen wieder den Ort Boek, den wir schon bei der ersten Etappe kennlernen durften. Jetzt sind ca. dreiviertel der Tagesetappe geschafft.

Unwetter im Naturschutzgebiet

Wir kehren wieder beim Naturladen ein und beratschlagen, wie wir weiter fahren. Wind zieht auf, dunkle Wolken. Wir entscheiden uns so schnell wie möglich weiter zu fahren. Diese Entscheidung ist leider nicht die Richtige.

Mitten im Wald erreicht uns das Gewitter. Wir wissen von einem Moorturm entlang der Strecke. Diesen erreichen wir nach einer ungemütlichen Fahrt im Sturm und Gewitterregen. Erschwerend sind die unzähligen kleinen Föhrenzapfen, die auf dem Forstweg durch den Wind verstreut werden.


Endlich, in der dunklen Gischt erscheinen die Umrisse des Moorturms. Wir können uns endlich unterstellen. Wir sind für solche Anlässe gut ausgerüstet. Die Regenbekleidung verhindert, dass wir komplett durchnässt werden. Ein Ehepaar, Touristen aus Boek warten ebenfalls in diesem Turm auf Wetterbesserung.


Nach ca. einer halben Stunde hat sich die Wetterlage beruhigt. Etwas klamm und mit nassen Schuhen nehmen wir die letzten ca 15 km in Angriff. Viele Wasserlachen und schwierige Bodenverhältnisse bedingen ein hochkonzentriertes Fahren.
Erstmalig bewährt sich, dass wir uns vor der Tour einen Cross-Reifen mit stärkerem Profil auf das Vorderrad aufziehen haben lassen. Dadurch haben wir für diese Verhältnisse mehr Stabilität am Rad.


Als wir wieder zum Yachthafen Waren(Müritz) kommen, scheint wieder die Sonne. Einem angenehmen Abend in der Stadt steht nichts mehr im Wege. In der Müritzperle wird unsere Bekleidung zum Trocknen aufgehängt. Gut, dass wir ein zweites Paar Schuhe im Gepäck haben. Die nassgewordenen werden noch ein paar Tage brauchen, bis sie wieder benutzbar sind.


Frisch geduscht spazieren wir in den Hafen. Ein gutes Essen und anschließend ein Eis runden den ereignisreichen Tag ab. Die Nacht ist wieder geprägt vom Möwengeschrei. Diese Tiere sind hier immer munter.

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Ostsee 2023 – 05 – Etappe 3

Die dritte Etappe – Waren(Müritz) nach Warnemünde

Nach dem vorzüglichen Frühstück wird ausgecheckt. Wir haben uns am ersten Abend in Waren bereits das Mecklenburg-Vorpommern-Ticket inkl. Rad gekauft. Es wird mit unserem Gepäck zum Bahnhof geradelts und wir warten auf den RE5 von Berlin nach Rostock.

Ursprünglich war der Plan von Fürstenberg in drei Tagesetappen an die Ostsee zu radeln. Die Variante mit den zwei Nächten in Waren hat uns aber mehr zugesagt, da dadurch die Umrundung des Müritzsee möglich war.

Die Zugfahrt dauert ca. 1 Stunde und wir erreichen den Rostocker Hauptbahnhof. Reges Treiben erwartet uns.

Direkt beim Haupteingang des Bahnhofes sind die Radwege Richtung Bad Doberan und Warnemünde ausgeschildert. Vorbei am Eisbrecher Stephan Jantzen und entlang der vielbefahrenen Straßen geht es Richtung Norden. Wir planen auf dem Weg nach Warnemünde einen Abstecher nach Bad Doberan.

Dieses kleine Städtchen hat eine Besonderheit. Ein Zug mit Dampflokomotive „Molly“ bringt die Touristen direkt aus dem Zentrum an die Ostsee. Entdeckt haben wir dieses Juwel bei einer Folge des Traumschiffablegers „Kreuzfahrt ins Glück“.

An diesem Tag sollte grundsätzlich Schönwetter sein, jedoch ziehen über Rostock dunkle Regen- und Gewitterwolken ihre Bahnen. Und so kommt es, dass wir in ein kräftiges Gewitter hineinfahren. Wir stellen uns diesmal aber rechtzeitig bei einem McDonalds unter und werden somit nicht so nass wie zwei Tage zuvor im Müritz Nationalpark.

Wir ändern die Route und fahren über Admannshagen-Lichtenhagen und Diedrichshagen nach Warnemünde.
Entlang einer Allee erreichen wir die Stadt Warnemünde.

Hotel Bellevue

Unser Hotel Bellevue liegt direkt an der Strandpromenade. Böiger Wind wird diesen Tag beherrschen. Wir werden freundlich an der Rezeption empfangen und erhalten eine kurze Einweisung, wo wir die Fahrräder abstellen dürfen und beziehen unser Zimmer mit Balkon.


Eine kurze Pause und wir freuen uns auf den ersten Strandspaziergang an der Ostsee. Warnemünde ist eine Stadt mit Ambiente. Der „Alte Strom“ mit seinen vielen Fischkuttern, Restaurants, Eisdielen und Kaffeehäusern.

Die zwei Leuchttürme Ost- und Westmole markieren die Hafenausfahrt. Große Fähren und Kreuzfahrtschiffe starten von Warnemünde ihre Reise.

Hafenrundfahrt


Wir entdecken am alten Strom ein Schiff, das Hafenrundfahrten im Seehafen Rostock anbietet und lassen uns diese Möglichkeit nicht entgehen. Wir kaufen uns die Fahrkarte und nehmen auf dem Oberdeck des Schiffes Platz und bestellen uns etwas zum Trinken.

Die junge Dame, die uns die Fahrkarten verkauft hat, spricht uns an und teilt uns mit, dass es mit der Rundfahrt auf diesem Schiff nichts wird, da zuwenig Tickets verkauft wurden. Jedoch können wir mit einer Ermäßigung von 10 Euro pro Person auf dem Nachbarschiff mitfahren. Dieses hat einen Höhepunkt in seiner Tour integriert: Die Begleitung des Kreuzfahrtschiffes AIDA beim Auslaufen.


Bei heftigem Wellengang beginnt unsere Tour durch den Seehafen Rostock. Erklärungen des Kapitäns runden die erlebnisreiche und empfehlenswerte Fahrt ab. Gegen Ende der Tour verlässt die AIDA den Hafen und wir begleiten sie auf dem Weg nach Skandinavien bis zur Hafenausfahrt.
Nach der Hafenrundfahrt genießen wir ein italienisches Abendessen und spazieren am Strand. Der heftige Sturm bläst den feinen Sand auf unsere Haut und wir kämpfen gegen den Wind .

Maximilian Zauner – BLOG

Ostsee 2023 – 06 – Etappe 4

Die vierte Etappe – Warnemünde bis Bastorf

Wir haben uns entschieden, zwei Nächte in Warnemünde zu bleiben. Wir wollen erstens die schöne Stadt genießen und zweitens eine Tagestour Richtung Westen zu den bekannten Seebädern Heiligendamm und Kühlungsborn machen.

Unser Tagesziel ist der Leuchtturm Bastorf. Dieser liegt auf einer Anhöhe und man sieht hier die Küstenlandschaft perfekt.


Wir halten kurz nach Warnemünde an einer imposanten Steilküste und kommen mit einem Einheimischen ins Gespräch. Er erzählt uns einige Geschichten über die Region und gibt uns Routentipps. Die offiziellen Wege sind fallweise durchs Landesinnere geführt. Aufgrund dieser Tipps radeln wir an der Küste.

Heiligendamm


Wir erreichen nach einer Weile Heiligendamm, einen mondänen Seebadeort. Dieser ist auf Fotos schöner als in Natura. 5-Sterne Hotels wechseln sich mit teuren Kurkliniken ab. Viele Absperrungen bei Privatvillen erschweren die Durchfahrt. Man fährt praktisch außen herum.

Gleich nach Heiligendamm entdecken wir Aussichtspunkte an der Steilküste. Diese lassen uns die Enttäuschung über den Ort vergessen.

Entlang der Küste geht es weiter bis nach Kühlungsborn.
Diese Stadt ist ein richtiges Seebad mit belebten Stränden, Hotels und Cafehäusern.


Entlang der frequentierten Strandpromenade begeben wir uns auf den Weg nach Bastorf. Eine schmale kurvige Straße und wir sind beim Leuchtturm.

Bei einem Kaffee im windigen Gastgarten genießen wir den Ausblick auf die Küstenlinie.

An der Ostsee ist es flach. Deswegen sind solche Aussichtspunkte bestens geeignet um einen Überblick zu bekommen.
Nach einer geschmeidigen Abfahrt erreichen wir wieder Kühlungsborn.

Den Rückweg nach Warnemünde werden wir jetzt direkt entlang der Küste fahren. Abbrüche in der Steilküste lassen uns vorsichtig die schmalen, sandigen Pfade folgen.

Der nächste Höhepunkt wird der Gespensterwald von Nienagen sein. Dieser Wald mit seinen ausgeprägten Bäumen ist ein beliebtes Fotomotiv und war Drehort für einige Filme. Ein herrlicher Blick auf die Ostsee gibt uns innerliche Freude.

Wir vergönnen uns ein gutes Eis und fahren wieder nach Warnemünde.
Heute gibt es keinen Sturm und wir können den Abend bei gebackener Scholle mit Kartoffelsalat und einem Spaziergang genießen.

Passend zum Ambiente der Auftritt der „Warnemünder Jungs“ in der Nähe des Bahnhofes. Stimmungsvolle, zur See passende Musik.

Am späteren Abend bummeln wir über den Strand und blicken auf die Ostsee. Viele Menschen jeden Alters, Livemusik – ein perfektes Ambiente.

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Ostsee 2023 – 07 – Etappe 5

Die fünfte Etappe – Warnemünde nach Barth

Gut ausgeschlafen und gestärkt nach dem vorzüglichen Frühstück packen wir unsere Satteltaschen und machen uns auf den Weg. Mit der Fähre geht es zur hohen Düne und wir folgen dem ausgeschilderten Radweg Richtung Graal-Müritz.

Mitten durch die Rostocker Heide bewegen wir uns auf Waldwegen. Wir lassen die Räder stehen und betreten die Seebrücke Graal-Müritz. Von dieser kann man die weißen Sandstrände betrachten.

Der Ostseeradweg führt ab jetzt fast immer entlang der Küste.

Dierhagen, Wustrow, Ahrenshoop sind die nächsten Stationen. In Ahrenshoop verlassen wir die Ostsee und fahren Richtung Darß. Boddenlandschaften prägen diese Region.

Bodden sind von der Ostsee abgekapselte Binnenseen. Über Prerow erreichen wir Zingst.

Zingst

Ein turbulenter Touristenort. Die letzten Kilometer vor Zingst müssen wir vorsichtig fahren. Auf dem schmalen Damm-Radweg sind hunderte Radfahrer unterwegs. Die meisten sind Urlauber mit Leihrädern. Man merkt, dass bei vielen das Radfahren nicht zu ihrer Hauptsportart gehört. Unvorsichtige Fahrweise, schlenkern, sehr anstrengend.

In Zingst belohnen wir uns mit einem guten Eis und machen uns auf die Suche nach dem Hafen. Das letzte Stück der heutigen Tour nach Barth wollen wir dem Schiff zurücklegen.

Wir erreichen in letzter Minute das Linienschiff und haben jetzt die Gelegenheit über den Barther Bodden (Naturschutzgebiet) zu fahren. Der Kapitän erklärt während der Fahrt vieles. Wir beobachten Seeadler und andere Tiere. Ein bischen erinnert diese Gegend an den Neusiedler See im Burgenland.

Barth

Wir erreichen den Hafen von Barth und sind in wenigen Minuten bei unserem heutigen Quartier in der Pension Eshramo. Wir stellen die Räder unter, machen uns frisch und genießen ein hervorragendes Abendessen im angeschlossenen Restaurant.

Ein kurzer Stadtspaziergang geht sich aus und es beginnt zu regnen. Zufrieden legen wir uns nieder und freuen uns schon auf den nächsten Tag. Stralsund!

Maximilian Zauner – BLOG

Ostsee 2023 – 08 – Etappe 6

Die sechste Etappe – von Barth nach Stralsund

Die Pension Eshramo in Barth war nur für eine Nacht unsere Unterkunft. Nach dem hervorragenden Frühstück verlassen wir Barth Richtung Osten. Am Ende der Stadt finden wir den Radweg nach Stralsund. Hier geht es mitten durch eine ansprechende Landschaft entlang des Barther Boddens.

Naturschutzgebiet Barhöft

Wir fahren bis zur Halbinsel Barhöft. Ein wunderschönes Naturschutzgebiet. Wir sind fast alleine auf diesem Weg. Nach dem vielen Radverkehr vom Vortag direkt entspannend.

Stralsund

Über Klausdorf und Kramerhof nähern wir uns Stralsund. Am Stadtrand entdecken wir eine Ferienhaussiedlung. Hier stehen, wie in einer Wohnsiedlung kleine, schmucke Ferienhäuser mit Blick auf Rügen.

Entlang der Sundpromenade erreichen wir den Hafen von Stralsund. Ein Wahrzeichen, das Segelschulschiff „Gorch Fock II“ liegt leider derzeit wegen Wartungsarbeiten nicht vor Anker. Kopfsteinpflaster erschweren das Radfahren. Wir kommen zum „Alten Markt Stralsund“. Hier sind gerade viele Oldtimer ausgestellt.

Passend zur Altstadt eine prächtige Autoschau. Viele Geschäfte und eine ansprechende Fußgängerzone prägen diesen Teil der Stadt. Mittels Google-Maps suchen wir unser Quartier für die nächsten beiden Nächte, das Altstadthotel Peiß in der Tribseer Straße.

Wir haben uns vorab dieses Quartier ausgesucht, da es erstens in Altstadtnähe und zweitens nur 300 m vom Bahnhof weg ist. Wir werden bei der Abreise bald in der Früh mit dem RE5 wieder nach Fürstenberg/Havel fahren.
Der Chef des Hauses begrüßt uns herzlich, hilft uns beim Hineinräumen des Gepäcks und wir beziehen im obersten Stockwerk unser Zimmer.


Nach einer kurzen Pause schwingen wir uns auf unsere Räder und machen eine Entdeckungsfahrt nach Rügen. Wir setzen über die alte Brücke auf die Insel Rügen über. Entlang der neuen imposanten Rügendammbrücke erreichen wir die Insel und fahren nach Altefähr.

Dieser Strand liegt genau gegenüber Stralsund. Das für diese Gegend übliche Kopfsteinpflaster lässt uns dorthin rumpeln. Aber die Aussicht dort ist einfach überwältigend. Wir genießen die Sonne und machen uns wieder auf den windigen Rückweg.


Die Fahrräder sind verstaut und wir bekommen Hunger. Meine Frau war letztes Jahr mit ihrer Freundin und ihren Schwestern in einem sehr zu empfehlenden Lokal. Da liegt es nahe, dass wir auch dort einkehren. Das „City Döner 3“ liegt am Neuen Markt. Wir setzen uns in den Gastgarten. Meine Frau zeigt dem Kellner das Foto vom Vorjahr und wir werden sofort bestens betreut.


Nach einem kurzen Abendspaziergang kehren wir noch am alten Markt beim goldenen Löwen ein. Bedingt, dass in Stralsund keine öffentliche Toilette mehr um diese Zeit geöffnet hat, ist diese Einkehr notwendig.

Hier bekommen wir eine besondere Spezialität „Eis im Einweckglas“.

Wir schlendern nach diesem Genuss durch die Altstadt zurück zu unserem Hotel und freuen uns auf den nächsten Tag.

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Ostsee 2023 – 09 – Stralsund

Stralsund

Nach dem hervorragenden Frühstück und einer netten Plauderei mit dem Hotelchef starten wir eine Vormittagsradtour zur Halbinsel Devin. Dieses Naturschutzgebiet liegt nur ein paar Kilometer außerhalb Stralsund.

Die Räder bleiben auf dem Parkplatz stehen und wir wandern durch die Dünenlandschaft.

Der Wetterbericht für den Nachmittag sagt Regen voraus. Deswegen fahren wir zu Mittag wieder zurück ins Hotel und stellen unsere Räder ab.

Nachmittag ist Stadtbummel und ein Besuch im Ozeaneum angesagt. Es beginnt zu regnen. Vor dem Besuch im Meeresmuseum vergönnen wir uns noch ein Backfischbrötchen bei einem der Fischkutter.
Frisch gestärkt tauchen wir in die abenteuerliche Welt der Ost- und Nordsee ein.

Das Ozeaneum beherbergt unzählige Aquarien und schildert die Geschichte der beiden Meere.

Nach der spannenden Besichtigung kehren wir nochmals beim goldenen Löwen ein. Diesmal im Regen. Wir haben Glück und finden einen freien Tisch im Lokal. Heute gibt es Apfelstrudel und Kaffee.


Anschließend erkunden wir die Geschäfte der Fußgängerzone. Es ist Samstag nachmittg und trotz des schlechten Wetters viel los. Wir bringen unsere Einkäufe in das Zimmer und machen uns wieder auf den Weg zum „City Döner 3“. Wir bleiben im Gastgarten. Sprühregen lässt uns die Regenjacke anziehen.

Trotzdem haben wir ein gemütliches Abendessen. Am späten Abend kommt wieder die Sonne hervor und wir bummeln noch zu einem Park am Tribseer Damm.

Auf einer Bank genießen wir den Sonnenuntergang. Es ist nicht mehr weit zu unserem Hotel und mit den Gedanken an diesen schönen Tag schlafen wir ein.

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Ostsee 2023 – 10 – Fürstenberg/Havel

Rückreise nach Fürstenberg/Havel

Gestärkt durch das sehr gute Frühstück bepacken wir unsere Räder und fahren zum Bahnhof. Um 9 Uhr fährt der RE5 Richtung Berlin. Wir werden bis Fürstenberg/Havel fahren und dort wieder unser Auto in Empfang nehmen.

Die Bahnfahrt ist ruhig bis in Neustrelitz plötzlich Menschenmassen am Bahnhof warten. Die Rückreisenden eines Elektronikfestivals warten darauf wieder nach Berlin zu kommen. Wir hegen Befürchtungen nicht rechtzeitig in Fürstenberg aussteigen zu können und schnappen uns gleich die Räder und warten in der Nähe der Tür.

Fürstenberg/Havel

Wir erreichen Fürstenberg/Havel und stellen fest, dass dieser Bahnhof keinen Lift für Fahrräder hat. Mühsam schieben wir unsere Räder auf den schmalen, in der Treppe eingebauten Schienen auf den Bahnhofsvorplatz.
Es ist ca halb zwölf Uhr. Daher geht es sich noch aus, dass wir unser Auto bei der Marina Fürstenberg abholen.

Die Fahrräder werden verladen und wir begeben uns zur „Alten Bornmühle“. Dort hatten wir bei der Anreise schon einen schönen Abend verbracht.

Das Restaurant hat bis 14 Uhr geöffnet. Wir nutzen die Gelegenheit und genehmigen uns eine Currywurst mit Beilagen.


Am Nachmittag starten wir noch eine kleine Tour rund um Fürstenberg, um diese wunderschöne Stadt ein bisschen näher kennen zu lernen. Durch ein Waldgebiet erreichen wir den großen Stechlinsee.

Stechlinsee

Von dort fahren wir quer durch einen “Urwald“ wieder Richtung Fürstenberg. In diesem Wald sind die Schäden des Sturms, der hier unter der Woche gewütet hat klar erkennbar.

Wir müssen einige Male über umgestürzte Bäume klettern. Unzählige Äste liegen auf dem Weg. In Fürstenberg kehren wir in der „Alten Reederei“ ein, vergönnen uns einen Kaffee an der Gänsehavel.

Nach dieser Pause fahren wir noch Richtung Osten und besuchen den Havelpark. Der Naturcampingplatz „Wilde Heimat“ ist ebenso interessant wie das technische Denkmal mit der historischen Eisenbahnfähre.

Leider hat unsere Unterkunft „Zur Bornmühle“ nur noch für diese Nacht ein freies Zimmer. Fürstenberg wäre noch einen weiteren Tag interessant.

Am nächsten Morgen startet unser Weg nach Hause – mit einer Unterbrechung in Thüringen

Maximilian Zauner – BLOG